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Lucas Becker erhält den BioPark Innovationspreis 2019

19.12.2019
Von: Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Industriedesign-Student der OTH Regensburg erhält den BioPark Innovationspreis 2019 für die Entwicklung eines modernen medizinischen Sauerstoffgeräts.

Preisvergabe Biopark Innovationspreis beim Dies academicus am 13. Dezember 2019 an der OTH Regensburg: (von links) Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg; Preisträger Lucas Becker und Dr. Thomas Diefenthal, Geschäftsführer BioPark Regensburg GmbH.

Preisvergabe Biopark Innovationspreis beim Dies academicus am 13. Dezember 2019 an der OTH Regensburg: (von links) Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg; Preisträger Lucas Becker und Dr. Thomas Diefenthal, Geschäftsführer BioPark Regensburg GmbH. Foto: OTH Regensburg / Florian Hammerich

Preisträger Lucas Becker und sein betreuender Professor Jakob Timpe im "Raum für digitale Kompetenzen" am Standort der Prüfeninger Straße der OTH Regensburg. Hier arbeitete der Student an seinem "Poseidon"-Prototypen.

Preisträger Lucas Becker und sein betreuender Professor Jakob Timpe im "Raum für digitale Kompetenzen" am Standort der Prüfeninger Straße der OTH Regensburg. Hier arbeitete der Student an seinem "Poseidon"-Prototypen. Foto: Daniel Pfeifer

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Im Rahmen des Dies academicus am 13. Dezember 2019 fand auch die jährliche Verleihung des BioPark Innovationspreises statt. In diesem Jahr ging der mit 1.500 Euro dotierte Preis an Lucas Becker, Student an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg). Als Industriedesign-Student entwarf er im Rahmen seiner Abschlussarbeit ein praktisches, handliches und vor allem optisch attraktives Sauerstoffgerät für den Einsatz in der Langzeitsauerstofftherapie. Die bisherigen Maschinen sind meist klobig und sehen aus wie sterile Krankenhaus-Gerätschaften. Betroffenen fallen mit solchen veralteten Kästen die ersten Schritte zurück in die Öffentlichkeit oft schwer. „Poseidon“, wie der preisgekrönte Entwurf heißt, soll das ändern. Das Herausragende an diesem Bachelor-Projekt: Nicht nur trat Lucas Becker in ein Feld, das von der Design-Branche bislang kaum beachtet wurde. Er nahm sich auch intensiv Zeit, mit betroffenen Personen sowie Betroffenenverbänden zu sprechen und so ein Produkt zu kreieren, das genau auf deren Bedürfnisse und Wünsche eingeht.

Ausgangspunkt von Beckers Arbeit war das Gespräch mit einer Patientin, die sich in Langzeit-Sauerstofftherapie befindet. Die Mühldorferin ging in ihrer Freizeit gern schwimmen. Da es bisher auf dem Markt kein Sauerstoffgerät für den Betrieb im Wasser gibt, lud sie ihr Gerät auf ein Kinderschlauchboot, und zog dieses beim Sport hinter sich her. Andere Betroffene müssen eigens Schwimmbahnen sperren lassen und jemanden darum bitten, am Beckenrand das Gerät zu bewachen. Verständlicherweise ziehen die Betroffenen so oft fragende Blicke auf sich und fühlen sich dadurch ausgegrenzt. „Und dann meiden sie die Öffentlichkeit. Leute mit Beeinträchtigung werden so unsichtbar,“ erklärt Lucas Becker. „Poseidon“, sein elegant-minimalistischer schwarzer Prototyp, ist mit einem montierbaren Schwimmbrett speziell dafür entwickelt, im Wasser zu funktionieren. Gleichzeitig soll es auch den normalen Alltag an Land verbessern. „Es ist ja schon ein Gerät, das man jeden Tag mit sich mitträgt,“ gibt Becker zu bedenken.

Diese Nähe zu Betroffenen ist einer der Gründe, warum auch Jakob Timpe, Professor an der OTH Regensburg, den Entwurf für herausragend hält. „Man muss als Gestalter die Themen finden, die zeitgenössisch und gesellschaftlich relevant sind,“ betont er, „Lucas Beckers Arbeit fördert die Akzeptanz von Medizingerät im Alltag durch Formgebung.“ Damit passt das Projekt auch perfekt in die Vorgaben des BioPark Innovationspreises mit dem Arbeiten im Bereich der „Life Sciences“ ausgezeichnet werden, die „einen hohen anwendungsbezogenen Aspekt bzw. Nutzen aufweisen“.

Neben den 1.500 Euro Preisgeld erhält Lucas Becker die Möglichkeit sich im Hinblick auf eine mögliche Ausgründung und Patentanmeldung beraten zu lassen. Eine willkommene Chance für den 25-Jährigen Bacheloranden, da er fest entschlossen ist, das Produkt weiterzuentwickeln. „Für die Arbeit hatte ich nur drei Monate Zeit,“ erinnerte sich Becker zurück. Nun, da dieser Zeitdruck hinter ihm liegt, möchte er weiter an seiner Idee feilen und sie vielleicht in Zukunft als Basis für eine Ausgründung nehmen. Der Öffentlichkeit konnte er „Poseidon“ bereits präsentieren: Auf der Ausstellung „7 Year Itch“ des Studiengangs Industriedesign im Kunst- und Gewerbeverein Regensburg zeigte er im November den 3D-gedruckten Prototypen.

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