DFG fördert Kauf eines Micro-Computertomographen

10.07.2014
Von: Alexander Leis

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Antrag des Regensburg Center of Biomedical Engineering der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) bewilligt: Somit fördert sie den Kauf eines Micro-Computertomographen mit 230.500 Euro.

Wie sieht es "in" einem untersuchten Knochen aus, ohne ihn durchsägen zu müssen? Wie in einem Implantat, ohne es zu zerstören? Wie können individuelle, digitale Modelle aus realen Exponaten erstellt werden?

Als Professor für Biomechanik an der OTH Regensburg stellt sich Dr. Sebastian Dendorfer diese Fragen im Zuge seiner Forschungstätigkeit häufig. Mit dem Wunsch, in Untersuchungsobjekte "hineinschauen" zu können, ohne diese dabei zu zerstören, ist er an der OTH Regensburg und Universität Regensburg nicht alleine: mit zahlreichen weiteren, technischen Forschungseinrichtungen an der OTH, zum Beispiel die Mechatronics Research Unit, das Labor für Mikrosensorik, das Labor für Robotik oder Regensburg Medical Image Computing, und mehreren medizinischen Fachgebieten - Experimentelle und Medizinische Orthopädie, Rheumatologie, Unfallchirurgie, Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie, Nephrologie, Radiologie - ist er sich da einig.

Mit einem Micro-Computertomographen (MicroCT) können Exponate zerstörungsfrei radiologisch untersucht und in Form von Schichtaufnahmen oder dreidimensionalen Rekonstruktionen dargestellt werden. Dabei funktioniert ein solches Gerät, das auf die Untersuchung von Material ausgelegt ist, ganz anders als die "Röhre", die so mancher Patient aus der Klinik oder vom Radiologen kennt. Hier wird kein Patient bewegt, sondern das Exponat dreht sich auf einem Drehteller um die feststehende Röntgenquelle. Diese ist dabei dank zwei verschiedenen Köpfen so leistungsstark und gleichzeitig anpassungsfähig, dass haardünne und kleinste Knochenstrukturen und Weichgewebe in hoher Auflösung erfasst, aber auch dichte Materialien wie Metalle durchdrungen werden können. Sogar feinste elektronische Schaltungen können so analysiert werden.

Somit eröffnen sich für ein MicroCT vielfältige Einsatzgebiete. In und um Regensburg ist jedoch ein solches Gerät nicht für akademische Forschung zugänglich. Das Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE), federführend Prof. Sebastian Dendorfer und Geschäftsführer Dr. Alexander Leis, hat deshalb zusammen mit zehn Partnern aus OTH Regensburg, Fakultät für Medizin der Universität Regensburg und Universitätsklinikum Regensburg im April 2013 einen interdisziplinären Großgeräteantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereicht. Nach gründlichem Gutachterverfahren wurde dieser Antrag positiv beschieden und im Juni 2014 die Bewilligung erteilt. Somit übernimmt die DFG 230.500 Euro, das sind 50 Prozent der Kosten, die andere Hälfte wird von der OTH Regensburg getragen. Die Beschaffung wird nun in den nächsten Monaten umgesetzt.

Nach Ansicht des RCBE Direktors Dr. Dendorfer wird der Wissenschaftsstandort Regensburg von dem Gerät stark profitieren. "Wir freuen uns über das Vertrauen der Forschungsgemeinschaft", sagt Prof. Dr. Dendorfer. "Das RCBE wird die Nutzung, wie im Antrag dargestellt, interdisziplinär möglich machen, um die DFG Investition für den Standort möglichst effizient zu nutzen".

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