Neue Studie über Personalmanagement in der Corona-Krise

12.06.2020
Von: Prof. Dr. Ludwig Voußem, Prof. Dr. Susanne Nonnast, Prof. Dr. Carina Braun

Eine aktuelle Studie der OTH Regensburg untersucht das Personalmanagement in der Corona-Krise. Die Ergebnisse zeigen, dass Personalmanagement ein Erfolgsfaktor ist, um das Commitment im Team zu sichern und erfolgreich durch die Krise zu navigieren.

In einer kürzlichen Studie untersuchten Prof. Dr. Carina Braun, Prof. Dr. Susanne Nonnast und Prof. Dr. Ludwig Voußem die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Personalmanagement.

In einer kürzlichen Studie untersuchten Prof. Dr. Carina Braun, Prof. Dr. Susanne Nonnast und Prof. Dr. Ludwig Voußem die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Personalmanagement.

Abb. 1: Die Ergebnisse der Studie zum Ausmaß der Krisenbetroffenheit in unterschiedlichen Bereichen der Organisation: von den externen Rahmenbedingungen bis zu den Auswirkungen im Unternehmen.

Abb. 1: Die Ergebnisse der Studie zum Ausmaß der Krisenbetroffenheit in unterschiedlichen Bereichen der Organisation: von den externen Rahmenbedingungen bis zu den Auswirkungen im Unternehmen.

Abb. 2: Die an der OTH Regensburg durchgeführte Studie zum Personalmanagement während der Corona-Krise stellte auch Fragen zur Anpassung der Arbeitsabläufe.

Abb. 2: Die an der OTH Regensburg durchgeführte Studie zum Personalmanagement während der Corona-Krise stellte auch Fragen zur Anpassung der Arbeitsabläufe.

Abb. 3: Inwieweit die Befragten in der Krise auch Chancen für die Entwicklung der Organisationskultur sehen, diese Ergebnisse fasst diese Tabelle zusammen.

Abb. 3: Inwieweit die Befragten in der Krise auch Chancen für die Entwicklung der Organisationskultur sehen, diese Ergebnisse fasst diese Tabelle zusammen. Grafiken: Prof. Dr. Carina Braun, Prof. Dr. Susanne Nonnast, Prof. Dr. Ludwig Voußem

Während die Meinungsforschung zu verschiedenen Aspekten der Corona-Krise floriert, fehlt es an detaillierten Erkenntnissen dazu, welche Implikationen die Krise für das Personalmanagement einzelner Organisationen hat. Im Rahmen einer Studie an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) wurden deshalb Personalmanagerinnen und -manager ebenso wie Führungskräfte und Geschäftsleitungen nach den personalbezogenen Herausforderungen und Maßnahmen in den Unternehmen befragt. Die Befragung, in der Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen repräsentiert sind, wurde zwischen 6. April und 3. Mai 2020 durchgeführt.

„In der extrem dynamischen Situation der Krise war ein wichtiges Ziel für uns, sehr schnell aktuelle Benchmarking-Informationen zu generieren, damit diese Anwendern Orientierung geben können“, erklärte Prof. Dr. Ludwig Voußem. Dementsprechend vergingen auch weniger als zwei Monate von der ersten Idee zur Befragungsstudie bis zum Versand der Studienergebnisse an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Unternehmen sehr unterschiedlich betroffen

Die Ergebnisse zeigen: Unternehmen sind sehr unterschiedlich von der Krise betroffen. Ein Beispiel ist die Systemrelevanz der Unternehmen. Systemrelevante Unternehmen sind von den unternehmensinternen Auswirkungen „rückläufige Produktnachfrage“ und „gefährdete Liquidität“ signifikant weniger betroffen. Aber auch systemrelevante Unternehmen sind von den Veränderungen der externen Rahmenbedingungen und von den Einschränkungen in den Arbeitsprozessen getroffen. Hier zeigen sich keine Unterschiede zu den sonstigen Unternehmen (siehe dazu Abb. 1). 

Schnelles Reagieren erforderlich

Unternehmen mussten zudem schnell auf die geänderten Rahmenbedingungen reagieren, um die Geschäftstätigkeit aufrechtzuerhalten. Bei den Beschreibungen der getroffenen Anpassungen dominieren zwei Gruppen von Maßnahmen: 

  1. Schichtmodelle, oft gepaart mit dem Verzicht auf eine Übergabe zwischen Schichten in Produktionsbereichen und mit einer Zonierung bei Bürotätigkeiten 
  2. Umstellung auf virtuelle Zusammenarbeit aus dem Homeoffice, bei internen Prozessen genauso wie in der Kundeninteraktion

„Die Studie zeigt, dass Personalmanagement in der Krise ein hohes Maß an Kreativität, Spontanität und Improvisationsfähigkeit erfordert, um individuelle Lösungen zu finden und diese in ungeahnter Geschwindigkeit umzusetzen“, erläuterte Prof. Dr. Susanne Nonnast (siehe dazu Abb. 2).

Corona-Krise birgt auch Chancen zu Verbesserungen

Dabei wird die Unterstützung für das Krisenmanagement in der Belegschaft aktuell als sehr groß beschrieben. Beispielsweise beurteilen 75 Prozent der Respondentinnen und Respondenten das Vertrauen des Personals in die Führung eher positiv. 74 Prozent der Studienteilnehmenden sehen in der Corona-Krise tendenziell auch eine Chance für die Entwicklung der Organisationskultur. „In der Krise werden neue Arbeits- und Interaktionsformen eingeführt. Es bleibt spannend zu sehen, ob die erfolgreiche Umsetzung und die gemachten Erfahrungen dazu beitragen, dass diese Maßnahmen auch nach der Krise Bestand haben werden“, kommentierte Prof. Dr. Carina Braun die Ergebnisse (siehe dazu Abb. 3).

Eine ausführliche Einordnung der Ergebnisse erscheint in der Zeitschrift „Personalwirtschaft“, Ausgabe vom 26. Juni 2020. Die vollständige Studie ist zudem online als PDF-Datei abrufbar.

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