Digitalisierung in den Therapieberufen

06.09.2021
Von: Prof. Dr. Norina Lauer

Apps, Telepräsenzroboter, virtuelle Welten: Bei der Veranstaltung "Digitalisierung – Die Therapie der Zukunft" des Netzwerks "Connect Interprofessional Students" zeigte Prof. Dr. Norina Lauer Möglichkeiten der Teletherapie in der Logopädie auf.

Wie kann Teletherapie im Bereich der Logopädie sinnvoll eingesetzt werden? Dazu referierte Prof. Dr. Norina Lauer von der OTH Regensburg bei der Veranstaltung "Digitalisierung – Die Therapie der Zukunft".

Wie kann Teletherapie im Bereich der Logopädie sinnvoll eingesetzt werden? Dazu referierte Prof. Dr. Norina Lauer von der OTH Regensburg bei der Veranstaltung "Digitalisierung – Die Therapie der Zukunft". Grafik: OTH Regensburg/Prof. Dr. Norina Lauer

Das interdisziplinäre Netzwerk "Connect Interprofessional Students" besteht aus Schüler*innen und Studierenden des Deutschen Bundesverbands für Logopädie e.V. (dbl), des Deutschen Verbandes für Physiotherapie e.V. (ZVK) und des Deutschen Verbandes für Ergotherapie e.V. (DVE), die gemeinsam Veranstaltungen zu verschiedenen Themenbereichen durchführen. Referentin zum aktuellen Thema  "Digitalisierung – Die Therapie der Zukunft" war Prof. Dr. Norina Lauer von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg).

Zahlreiche Beispiele aus der Forschung

In ihrem Vortrag berichtete Prof. Dr. Lauer über Wirksamkeitsnachweise und aktuelle Forschung zur Teletherapie. Hierbei stellte sie die Ergebnisse einer qualitativen Studie zur Videotherapie vor, die sie mit Studierenden des von ihr geleiteten Bachelorstudiengangs Logopädie an der OTH Regensburg durchgeführt hat. Davon ausgehend wurden Vor- und Nachteile der Videotherapie vorgestellt und diskutiert.

Anschließend berichtete Prof. Dr. Lauer über Forschungsprojekte zur Digitalisierung in der Logopädie, die sie am Regensburg Center of Health Sciences and Technology (RCHST) durchführt. Im BMBF-Projekt "Biographiearbeit in Senioreneinrichtungen mit Tablet-Unterstützung zur Verbesserung von Lebensqualität und Kommunikation – BaSeTaLK" wurde eine App zur Stimulation biographischer Gespräche entwickelt, die derzeit im Gruppensetting getestet wird. Ziel ist die präventive Steigerung von Kommunikation und Lebensqualität von Menschen im Alter. Das BMBF-Projekt "Peer-to-Peer-Unterstützung: Digitale Vernetzung bei Aphasie zur Steigerung der Lebensqualität (PeerPAL)" dient der Verbesserung von Aktivitäten und Lebensqualität von Menschen mit einer erworbenen Sprachstörung, Aphasie, über die Entwicklung und Evaluation einer Social-Media-App. Im Rahmen des Projekts "Telepräsenzroboter für die Pflege und Unterstützung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten (TePUS): DeinHaus 4.0 – OTH Regensburg" leitet Prof. Dr. Lauer ein Teilprojekt zur logopädischen Teletherapie nach Schlaganfall, das vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert wird.

Besonders interessiert waren die Zuhörenden auch am Projekt "EVA Park" von der City, University of London. In der virtuellen Welt von "EVA Park" können Menschen mit Aphasie ihre Sprache mit und ohne sprachtherapeutische Begleitung üben und soziale Kontakte knüpfen. Mit individuell gestalteten Avataren bewegen sie sich durch eine Welt, in der sie z. B. ein Restaurant oder ein Friseurgeschäft besuchen und sich kommunikativ erproben und austauschen könne.

Großes Interesse am Thema "Teletherapie"

Die Zuhörenden stellten zahlreiche Fragen zu den aktuellen Möglichkeiten zur Einbindung digitaler Medien in die Therapie, aber auch zu möglichen Risiken der Digitalisierung und der zu erwartenden zukünftigen Veränderungen der therapeutischen Tätigkeit durch Digitalisierung.

Weitere Veranstaltungen der Reihe "Connect Interprofessional Students" werden jeweils über die Social-Media-Kanäle der beteiligten therapeutischen Berufsverbände bekanntgegeben.

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