Nachrichten aus der Fakultät

Erfolgreicher Feldtest "IT-Sicherheit" im deutschen Energienetz

29.09.2021
Von: Erika Antoni

Das Software Engineering Laboratory for Safe and Secure Systems der OTH Regensburg hat Mitte September 2021 einen zweiten erfolgreichen Feldtest ihres ES³M-Sicherheitsmoduls für das deutsche Stromnetz absolviert.

Das LaS³-Feldtestteam (v.l.): Forschungsmaster Andreas Münch, Dr. Joachim Jost, Prof. Dr. Jürgen Mottok, Doktorand Tobias Frauenschläger und Doktorand Tom Inderwies.

Das LaS³-Feldtestteam (v.l.): Forschungsmaster Andreas Münch, Dr. Joachim Jost, Prof. Dr. Jürgen Mottok, Doktorand Tobias Frauenschläger und Doktorand Tom Inderwies. Foto: Michael Köppen, amprion

Aufgrund der immer weiter anwachsenden Vernetzung der Stromnetze wird die Kommunikation zwischen der zentralen Leitstelle eines Energieversorgers und den Infrastrukturkomponenten innerhalb eines Umspannwerks immer bedeutsamer. Dabei werden sowohl Steuerbefehle als auch Daten für Überwachungsfunktionen übertragen, um insgesamt die Stabilität der Netze und damit die Versorgung der Bürger mit elektrischer Energie zu gewährleisten.

Die stetig anwachsenden Bedrohungen durch Cyberattacken machen umfangreiche Sicherheitsfunktionen für diese Netze und Systeme erforderlich, damit Hacker*innen nicht die Kontrolle über das deutsche Stromnetz erlangen und so weitreichende, folgenschwere Schäden anrichten können.

Das Software Engineering Laboratory for Safe and Secure Systems (LaS³) der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) hat deshalb im Rahmen eines Forschungsprojekts das ES³M-Sicherheitsmodul entwickelt, welches eine kryptographische Absicherung der Steuer- und Überwachungsfunktionen im Energieverteilernetz ermöglicht.

Auch zweiter Feldtest von Erfolg

Im durchgeführten zweiten Feldtest bei Projektpartner amprion, dem zweitgrößten Übertragungsnetzbetreiber Deutschlands, konnte an den Erfolg des ersten Feldtests im letzten Jahr angeknüpft werden. In einem Testleitstand konnte die umfängliche Absicherung der Kommunikation zwischen einem Umspannwerk und der Leitstelle verifiziert werden. Fokus des zweiten Feldtests waren vor allem erweiterte Funktionen des Moduls, um die Sicherheit in speziellen Angriffsszenarien und über eine hohe Lebensdauer hinweg sicherzustellen.

Der Feldtest bei amprion in Brauweiler war ein Erfolg für die Teamleistung des LaS³. Sechs Monate vor Projektende sind damit alle wesentlichen Funktionen im Modul erprobt und das Sicherheitskonzept bestätigt. In der letzten Phase des Projekts wird das System nun noch weiter verbessert und die Sicherheitsfunktionen weiter geprüft.

Das Forschungsprojekt ES³M leistet so einen Beitrag zur Absicherung kritischer Infrastrukturen, wie dies auch aktuell im IT-Sicherheitsgesetz 2.0 gefordert wird.

 

Über Energy Safe & Secure System Modul (ES³M)

Das Forschungsvorhaben "Energy Safe & Secure System Modul" (ES³M) wird im Rahmen der Ausschreibung Forschungsförderung im 6. Energieforschungsprogramm "Forschung für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung", Förderinitiative Stromnetze, vom BMWI unter dem Förderkennzeichen 0350042A beim Projektträger Jülich gefördert.

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