Innovationszentrum für Produktionslogistik und Fabrikplanung (IPF)

Auf dem Gebiet der Produktionslogistik und Fabrik-planung bearbeitet das Innovationszentrum für Produktionslogistik und Fabrikplanung (IPF) innovative Entwicklungs- und Forschungsaufgaben vorwiegend in Industriekooperationen. Es ist Teil des Instituts für Angewandte Forschung und Wirtschaftskooperationen der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg.

Aufgaben und Zielsetzung

  • Industriekooperationen und Bearbeitung von Industrieaufträgen auf dem Gebiet der Produktionslogistik und Fabrikplanung.
  • Nachhaltende Beratung bei produktionstechnischen Fragestellungen.
  • Aufdeckung, Analyse und Bewertung von Optimierungspotentialen mit Hilfe eines breit angelegten, fundierten Methodenwissens auf dem Gebiet der Betriebsstättenstruktur- und ablaufplanung.
  • Methodische Planung, Gestaltung und Optimierung des Material- und Informationsflusses in der Produktion von der Feld- zur Leitebene.
  • Bearbeitung von innovativen Entwicklungs- und Forschungsaufgaben.

Struktur

Marktumfeld und Zielsetzung des IPF

In der Region Regensburg sind zahlreiche produzierende Unternehmen und deren Dienstleister beheimatet. Erfreulicher Weise fallen darunter namhafte Großunter-nehmen und deren Zulieferbetriebe ebenso wie innovative und dynamische mittel-ständische Unternehmen sowie Kleinunternehmen.

Wie anderenorts auch, sind diese Unternehmen den dramatischen Veränderungen ausgesetzt, die weltweit in der produzierenden Industrie zu beobachten sind. In wenigen Tagen oder höchstens Wochen sind zahllose Produkte verfügbar. Preise und Lieferzeiten sind über das Internet unmittelbar vergleichbar. Das bedeutet für die Anbieter weiterhin einen starken Kostendruck und noch kürzere Reaktionszeiten.

Damit ergibt sich für diese Unternehmen ein Zwang, kontinuierlich ihre Produktions-konzepte, -strategien und -technologien zu verbessern. Mit dem Innovationszentrum für Produktionslogistik und Fabrikplanung will die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg die Unternehmen bei diesem Prozess unterstützen. Das Ziel des IPF besteht in der Durchführung von

  • Industriekooperationen und -aufträgen auf dem Gebiet der Produktionslogistik und Fabrikplanung von der Feld- bis zur Leitebene sowie
  • innovativen Entwicklungs- und Forschungsaufgaben.

Kompetenzen im IPF

Das IPF bündelt die Kompetenzen aus den Laboren

und ehemals

  • Prof. Dr.-Ing. Willi Ertl

an der OTH Regensburg.

Im Mittelpunkt stehen Softwarepakete zur Material- und Informationsflusssteuerung in Produktionsunternehmen wie Enterprise Ressource Planning Systeme (ERP-Syteme), Produktionsplanung- und -steuerungssysteme (PPS-Systeme), Systeme zum Bestands-management - auch über Unternehmensgrenzen hinweg - und Systeme zur Prozess-leittechnik. Einerseits werden Unternehmen bei der schrittweisen Einführung solcher Systeme – vor allem im Fall von dedizierten Zusatzmodulen – in den Phasen Software-auswahl, mit den Teilschritten Zieldefinition, Aufstellen von Anforderungen, Anbieter-auswahl und -befragung sowie Anbieterpräsentation und -bewertung, und Implemen-tierung, mit den Teilschritten Feinspezifikation, Prototyping, Pilot- und Produktivbetrieb unterstützt.

Im Hinblick auf die kontinuierliche Verbesserung der Nutzung solcher Systeme wird andererseits die Analyse solcher Systeme und deren Weiterentwicklung bzw. die Anpassung auf charakteristische Fragestellungen in der industriellen Praxis behandelt. Die Leistungsanalyse erfolgt durch empirische Methoden unter Einsatz von Simula-tionswerkzeugen. Damit können Verfahren, Prozesse und die sie unterstützenden Softwaresysteme eingeordnet und bewertet werden.

Das IPF verfügt über Methoden und (Simulations-) Werkzeuge, um Verbesserungs-potentiale aufzuspüren und (mittels empirischer Analysen) zu quantifizieren. Es sei betont, dass eine singuläre Betrachtung einzelner Parameter dabei oftmals nicht erfolgversprechend ist, da Parameter sich gegenseitig aufheben können und Parameter, die in Laborsituationen große Auswirkungen haben, in einem Gesamt-prozess nur marginale Bedeutung besitzen können. Deswegen sind die Auswirkungen solcher Veränderungen in einem Gesamtprozess – z.B. vom Auftragseingang bis zur Auslieferung – zu analysieren. Die Werkzeuge des IPF erlauben eine solche Untersuchung.

Arbeitsfelder des IPF

  1. Erarbeitung von Off-Site - Funktionstests und - Inbetriebnahmen von neu entwickelter einsatzfallspezifischer Softwarepakete zur Material- und Informationsflusssteuerung vor dem Einsatz auf der Baustelle.

    Das Konzept basiert auf

    • einem realitätsnahen Aufbau der geplanten oder vorhandenen materialfluss-technischen Anlagen des Bedarfsträgers in einem Simulationsmodell (Virtuelle Fabrik).
    • einer Realisierung des Datenaustausches zwischen der erstellten virtuellen Fabrik und der neu entwickelten, ungeprüften Software zur Material- und Informationsflusssteuerung für diese Anlage.
    • der Durchführung einer virtuellen Produktion (Simulationsläufe) unter der Regie der zu prüfenden Steuerungssoftware.
    • einer Funktions- und Fehleranalyse sowie Funktionsoptimierung und Fehler-beseitigung bei der Steuerungssoftware vor dem praktischen Einsatz an der Realanlage sowie die Analyse von Laufzeit (Performance-)Problemen.

    Der Einsatz von Off-Site - Funktionstests und - Inbetriebnahmen in Industrie-projekten bewirkt einerseits eine erhebliche Zeit- und Kostenersparnis bei der Anlagen-Inbetriebnahme auf der Baustelle und andererseits eine geringere Anzahl an Produktionsausfällen im Zuge solcher Inbetriebnahmen.

  2. Aufbau eines Kompetenzzentrums für die einsatzfallspezifische Bewertung/ Evaluierung von PPS-/ERP-Systemen.

    Das Konzept umfasst

    • eine Abbildung der Produktion des Bedarfsträgers in einem Simulationsmodell (Virtuelle Fabrik),
    • eine Realisierung des Datenaustausches zwischen der virtuellen Fabrik und dem zu prüfenden PPS-System,
    • die Durchführung einer virtuellen Produktion (Simulationsläufe) unter der Regie der im jeweiligen PPS-System integrierten Steuerungsstrategien bzw. Algorithmen,
    • die Ermittlung von Kennzahlen,
    • eine Evaluierung der verschiedenen, zu prüfenden PPS-Systeme durch einen quantitativen Vergleich der ermittelten Kennzahlen (Benchmarking).

    Mit diesem Ansatz können nun nicht nur qualitative erfahrungsbasierende Erkennt-nisse, sondern auch quantitativ ermittelte Erkenntnisse als Entscheidungsgrundlage für den Nutzer vor der Beschaffung von PPS-/ ERP-Systemen berücksichtigt werden.

  3. Unterstützung von mittelständischen und Kleinunternehmen bei der (schritt-weisen) Einführung von EDV-Anwendungen (Modulen) zur Produktions-planung- und -steuerung

    • Beratung bei der Beschaffung von PPS-/ERP-Produkten, die speziell in Klein- und mittelständischen Unternehmen eine übersichtliche integrierte Produktions-planung und -steuerung ermöglichen
    • Unterstützung bei der für das PPS-/ERP-System erforderlichen Datenerhebung, -zusammenstellung und -integration (Stammdaten usw.)
    • technische Begleitung bei der Einführung von Zusatzmodulen bei einer schrittweisen Erweiterung des PPS-Systems