Alumnus berichtet von seinem Werdegang nach der Promotion

14.12.2020
Von: Katja Meier

Beim virtuellen Promotionsstammtisch im November 2020 berichtete Alumnus Prof. Dr. Wolfgang Högele von seinem beruflichen Werdegang in der Industrie und seiner jüngsten Berufung an die Hochschule München.

„Biografie besteht aus Möglichkeiten“, leitete Prof. Dr. Wolfgang Högele den sehr persönlichen Bericht seines Werdegangs ein, der von der Hauptschule bis zur Professur an der Hochschule München reicht. Der Rahmen dafür war der virtuelle Promotionsstammtisch am 27. November 2020, zu dem Promovierende der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) eingeladen waren.

Nach dem Studium ins Ausland

2007 schloss Prof. Dr. Wolfgang Högele sein Studium der Mathematik an der damaligen Hochschule Regensburg als Jahrgangsbester ab. Anknüpfend an seine Diplomarbeit, folgte ein sechsmonatiger Forschungsaufenthalt am Dana-Farber/Brigham and Women's Cancer Center der Havard Medical School in Boston, USA, wo er sich weiter auf Optimierungsstrategien in der Strahlentherapie spezialisierte. 

„Im Ausland zu arbeiten und zu lernen, war für mich als Provinzei eine wahnsinnige Weiterentwicklung“, fasste Prof. Dr. Högele diese Zeit zusammen. Dort gelang ihm über eine Kooperation mit der Universität Heidelberg der Einstieg in das internationale Masterprogramm Medical Physics. Eigentlich sah er sich nach Abschluss des Masterstudiums beruflich eher in der Industrie. Es bot sich jedoch eine andere Möglichkeit: eine Promotion am Universitätsklinikum Regensburg in Kooperation mit der Hochschule Regensburg im Feld "Mathematische Methoden in der medizinischen Physik".

Nach erfolgreicher Promotion gelang ihm 2013 der Einstieg in die Industrie. Er startete als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Simulationen und Softwareentwicklung im Bereich des Optik-Designs für Litografie-Maschinen bei der Carl Zeiss SMT GmbH in Oberkochen. 2016 wechselte Prof. Dr. Högele zur Carl Zeiss Optotechnik GmbH in Neubeuern und übernahm dort die Stabsstelle Entwicklung für Optiksimulation und mathematische Modellierung im Bereich der industriell genutzten optischen Messtechnik. „Eine Berufstätigkeit in der Industrie ist eine sehr angenehme, spannende und abwechslungsreiche Option“, so sein Fazit. 

Von Lehraufträgen in Regensburg und Aalen zur Professur

Parallel zu seiner Promotion und Berufstätigkeit übte Prof. Dr. Högele verschiedene Lehraufträge an der Hochschule Regensburg und der Hochschule Aalen aus. Sein Interesse an der Lehre blieb bestehen, weshalb er sich schließlich auf die „Professur für angewandte Mathematik: Scientific Computing“ an der Hochschule München bewarb. Berufen wurde er zum Wintersemester 2020/2021. 

Raum für Fragen und Tipps zur Promotion

Wie gehe ich mit Motivationstiefs während der Promotion um? Was spricht für eine Post-Doc-Stelle, was dagegen? Wie läuft ein Berufungsverfahren genau ab? Das alles waren nur einige der zahlreichen Fragen, welche die Promovierenden aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen mit Prof. Dr. Högele diskutierten.

„Es gibt viele richtige Entscheidungen, nicht nur eine. Abschlüsse werden tendenziell immer unwichtiger im eigenen Werdegang. Es zählt der eigene Drive“, so die Erkenntnis, die Prof. Dr. Högele aus seinem beruflichen Werdegang zieht. Sein Ratschlag für die Promovierenden: „Wenn sich Optionen öffnen, trauen Sie sich viel zu!“

Großes Angebot für kooperativ Promovierende

Die OTH Regensburg zählt 113 laufende kooperative Promotionsverfahren. Das OTH-Doktorand*innenseminar bietet allen Promovierenden überfachliche Zusatzqualifikationen, die Vernetzung mit anderen Promovierenden, potenziellen Arbeitgeber*innen und weiteren relevanten Akteur*innen der Region sowie die Möglichkeit der Immatrikulation. Der Promotionsstammtisch findet ein- bis zweimal pro Semester statt. Ziel ist es, Promovierenden in informellem Rahmen fakultätsübergreifend die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch zu bieten.

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