Bayerisches Wissenschaftsforum unterstützt 17 Doktoranden der OTH Regensburg

11.10.2018
Von: Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Stromspeicherung mithilfe archaischer Mikroorganismen oder Bewegungsmonitoring in der Rehabilitationsphase nach einer Hüft-OP: Die Themen, mit denen sich derzeit Promovenden der OTH Regensburg beschäftigen, sind sehr unterschiedlich; gemeinsam haben einige von ihnen jedoch, dass sie finanziell vom Bayerischen Wissenschaftsforum, kurz BayWISS, gefördert werden.

Nach Angaben des Instituts für Angewandte Forschung und Wirtschaftskooperationen (IAFW) an der OTH Regensburg werden momentan 17 Doktoranden in den Verbundkollegs Digitalisierung, Energie, Gesundheit, Ökonomie sowie Ressourceneffizienz und Werkstoffe über das BayWISS unterstützt. Da Doktoranden an Hochschulen für angewandte Wissenschaften eine Partneruniversität zur Durchführung ihrer Promotion benötigen, versteht sich BayWISS als koordinierende Kommunikationsplattform zwischen den beiden Hochschularten und unterstützt deren Kooperation. Insgesamt zählt die OTH Regensburg derzeit 78 laufende Promotionen.

Optimierung von Power-to-Gas-Anlagen

Profitieren von BayWISS können Promovenden wie Martin Thema, der das Projekt „ORBIT“ an der Forschungsstelle Energienetze und Energiespeicher (FENES) an der OTH Regensburg leitet. Im Rahmen seiner Promotion arbeitet er an der Optimierung von Power-to-Gas-Anlagen, die in diesem Fall durch die Energiewandlung mittels biologischer Methanisierung mithilfe von Archaeen gelingen soll. Archaeen sind Mikroorganismen und gehören zu den ältesten Lebewesen der Erde. Sie kommen ursprünglich aus sauerstofffreien Lebensräumen wie Mooren und Sümpfen, aber etwa auch im Verdauungstrakt des Menschen vor.

Jetzt im Herbst 2018 wird dazu an der OTH Regensburg eine Versuchsanlage aufgebaut werden. „Wir sind gespannt darauf, welche Resultate wir im nächsten Jahr mit der Anlage erzielen werden, die wir jetzt sechzehn Monate lang mit acht Projektpartnern entwickelt haben. BayWISS bietet wertvolle Möglichkeiten neben dem aus Bundesmitteln geförderten Verbundprojekt ORBIT an für die Promotion relevanten Themen zu arbeiten und sich mit anderen Doktoranden auszutauschen“, sagt Thema.  

Aktivitätstracker in der Rehabilitationsphase

Auch Amelie Altenbuchner ist mit einem BayWiss-Projekt auf dem Weg hin zum Doktorhut. Sie untersucht in einem Kooperationsprojekt der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften mit dem Regensburger Krankenhaus St. Josef die Nutzbarkeit von Aktivitätstrackern, um die Mobilität hochaltriger Patienten nach einer Hüft-OP zu beobachten.

Durch konsequentes Monitoring von Probanden, die in der Rehabilitationsphase einen Bewegungssensor am Handgelenk tragen, sollen individuelle Korrekturen der Therapie möglich werden. „Die Patienten und Patientinnen tragen das Gerät wie eine Armbanduhr. Dadurch fühlen sie sich nicht in ihrem Alltag gestört und auch Patienten mit demenziellen Erkrankungen können sich beteiligen. So kann ihre Genesung oder auch eine Verschlechterung der Mobilität langfristig beobachtet werden“, sagt Altenbuchner. 

Bayerisches Wissenschaftsforum (BayWiss)

Das Bayerische Wissenschaftsforum, kurz BayWiss, zählt aktuell folgende neun Verbundkollegs: Mobilität und Verkehr, Energie, Digitalisierung, Ressourceneffizienz und Werkstoffe, Sozialer Wandel, Gesundheit, Ökonomie, Kommunikation & Medien. Die OTH Regensburg ist in den Verbundkollegs „Digitalisierung“, „Ökonomie“ und „Infrastruktur, Bauen und Urbanisierung“ eine der Trägerhochschulen.

Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, ist Mitglied im Lenkungsrat von BayWiss. BayWiss-Ansprechpartner an der OTH Regensburg ist Vizepräsident Prof. Dr. Thomas Fuhrmann. „Bei unseren Studierenden ist die Nachfrage nach einer Promotion inzwischen sehr groß. Das Modell BayWiss bietet uns Hochschulen für angewandte Wissenschaften eine willkommene Struktur, um dem Wunsch unserer Studierenden gerecht zu werden. Wir sind sehr froh, über die neuen Möglichkeiten, die BayWiss für uns und unsere Studierenden bietet.“, sagt Prof. Dr. Fuhrmann.

Das BayWiss unterstützt die Promovenden in Form von finanzieller Hilfestellung, zum Beispiel bei der Anschaffung von Geräten oder auch bei der Finanzierung von Forschungsreisen, Vorträgen, Publikationen und Qualifizierungsmaßnahmen. „BayWiss hat mir im Jahr 2018 unter anderem die Teilnahme an einer Konferenz im Ausland und die Teilnahme an einer Summer School ermöglicht.“, sagt Altenbuchner.

Weitere Informationen zur Verbundpromotion über das Bayerische Wissenschaftsforum gibt es unter www.baywiss.de 

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