VDE Bayern Award für Doktorandin der OTH Regensburg

16.03.2022
Von: VDE Bayern; Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Andrea Reindl forscht zu effizienten Batterie-Managementsystemen und hat bereits eine beeindruckende Reihe von Preisen und Stipendien gesammelt.

Doktorandin Andrea Reindl hat bereits eine beeindruckende Reihe von Preisen und Stipendien gesammelt. Foto: Geschenke/Foto Seel, Hemau

Doktorandin Andrea Reindl hat bereits eine beeindruckende Reihe von Preisen und Stipendien gesammelt. Foto: Geschenke/Foto Seel, Hemau

VDE Bayern Award für Andrea Reindl (M.Sc.): Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik hat ihre Masterarbeit über dezentrales Batterie-Management mit der begehrten Auszeichnung gewürdigt. Es ist nicht der erste Preis für die Wissenschaftlerin, die das Thema im Rahmen ihrer derzeit laufenden Promotion weiterbearbeitet.

Effiziente Batterie-Managementsysteme spielen in vielen Schlüsseltechnologien, zum Beispiel in der Elektromobilität, eine entscheidende Rolle. Sie müssen absolut zuverlässig arbeiten, etwa exakte Daten über den Ladezustand liefern und gleichzeitig einen Ladevorgang steuern. In ihrer Masterarbeit mit dem Titel „Decentralized, Reconfigurable Battery Management System for Improved System Reliability and Optimized Battery Operation: Literature Study and Requirements Analysis” hat Andrea Reindl ein Batterie-Managementsystem entworfen, das dezentral organisiert ist – im Gegensatz zum aktuellen Stand der Technik. Sie verteilt die Funktionen des Systems auf lokale Kontrolleinheiten, die ihren jeweiligen Batteriebereich eigenständig überwachen. Um die fehlerfreie Kommunikation der einzelnen Einheiten untereinander zu gewährleisten, verglich sie die Eignung verschiedener Methoden hierzu. Das von ihr entworfene dezentrale System weist eine höhere Zuverlässigkeit und eine geringere Fehleranfälligkeit auf als bisherige Batterie-Managementsysteme mit zentraler Struktur.

Unterstützung aus verschiedenen Fachdisziplinen

Andrea Reindl hat an der Fakultät Elektro- und Informationstechnik der OTH Regensburg zunächst den Bachelorstudiengang Regenerative Energietechnik und Energieeffizienz erfolgreich absolviert, bevor sie den Masterstudiengang Applied Research in Engineering Sciences als Master of Science abschloss. „Der Master hat mich wirklich sehr gut auf die Promotion vorbereitet“, sagt Reindl. Überhaupt lobt sie die gute Zusammenarbeit an der OTH Regensburg allgemein und speziell an der Fakultät Elektro- und Informationstechnik: „Ich arbeite an einem System, das bedeutet: Ich brauche oft Rat von verschiedenen Fachdisziplinen wie Regelungstechnik, Informatik, Leistungselektronik, Microcomputertechnik, Energiespeicher, Modellierung und Simulation. Hier hat jeder immer ein offenes Ohr und hilft gerne weiter.“

Beeindruckende Reihe von Preisen und Stipendien

In ihrer vergleichsweise kurzen wissenschaftlichen Laufbahn hat Andrea Reindl für ihre Studienleistungen, Projekte und Konferenzbeiträge bereits eine beeindruckende Reihe von Preisen und Stipendien eingesammelt. Beispiel: Der Ferchau-Förderpreis für die Anpassung eines marktüblichen Gleichspannungswandlers an die besonderen Anforderungen ihres Batteriemanagementsystems. Andrea Reindl sagt: „Das war eine erste positive Rückmeldung von außen bezüglich meiner Arbeit und bekräftigte mich in meinem Tun. Danach hatte ich weniger das Gefühl etwas zu basteln, sondern mehr den Eindruck, etwas zu entwickeln.“

Es folgte ein Vector Stipendium während des Masterstudiums. Hier profitierte die 27-Jährige nicht nur vom Schulungsprogramm, sondern auch vom Knüpfen neuer Industriekontakte. Quasi die endgültige Initialzündung war 2019 die Verleihung des Best Paper Presentation Awards durch das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), dem weltgrößten technischen Berufsverband, in Malaysia. „Wegen der konstruktiven Rückmeldungen aus dem Publikum und der beeindruckenden Begeisterung der Konferenzteilnehmer*innen für ihre Forschungsarbeiten stand für mich fest: Ich will auch in der Forschung bleiben“, erinnert sich Andrea Reindl.

Gesagt, getan: Im Rahmen ihrer Promotion an der OTH Regensburg (betreut von Prof. Hans Meier und Prof. Michael Niemetz) und der TU Berlin (betreut von Prof. Sangyoung Park) arbeitet die Doktorandin weiter an dezentralisierten Batteriemanagementsystemen (Arbeitstitel: „Decentralized Battery Management System for Improved Safety and Availability“). In der Masterarbeit standen die theoretischen Grundlagen dafür im Vordergrund, jetzt entwickelt Andrea Reindl unter anderem Regelstrategien, Leader Election Algorithmen und Hardware, die die in der Masterarbeit analysierten Anforderungen erfüllt.

Finanzielle Förderung der Promotion

Besonders hilfreich in der Anfangszeit der Promotion war das Brückenstipendium, mit dem die OTH Regensburg Frauen fördert, die sich durch eine Promotion weiterqualifizieren möchten. „Ich hatte anfangs noch keinen universitären Betreuer. Das Brückenstipendium ist das einzige mir bekannte Format, das diese Übergangsphase finanziell unterstützt. Es verschaffte mir also Sicherheit und die Zeit, mich auf die Suche nach einem geeigneten universitären Betreuer zu machen.“

Nicht weniger bedeutend: Das Promotionsstipendium der Landeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an bayerischen Hochschulen (LaKoF Bayern) für HAW-Absolventinnen. Andrea Reindl: „Das LaKoF Netzwerk ist für mich nach wie vor ein wichtiger Wegbegleiter. Ich nehme regelmäßig an den Netzwerktreffen teil, da ich mich dabei mit Professorinnen und Doktorandinnen verschiedener bayerischer Hochschulen intensiv austauschen kann.“

Und schließlich ist da noch die Promotionsförderung der Hanns-Seidel-Stiftung. „Das bietet mir neben der finanziellen Unterstützung auch ein äußerst breit aufgestelltes Fortbildungsangebot und ein Netzwerk aus Journalist*innen und Vertreter*innen anderer wissenschaftlicher Disziplinen wie den Geisteswissenschaften. Der Austausch dort ist wirklich einmalig.“

Förderungen von Frauen gehört zur Strategie der OTH Regensburg

„Die Förderung von Frauen ist an der OTH Regensburg fest im Hochschulprofil verankert und ein strategisches Handlungsfeld. Ich freue mich daher sehr, dass Andrea Reindl gehörig mit dem Vorurteil aufräumt, Technik sei nur etwas für Männer. Und ich hoffe, dass möglichst viele Schülerinnen und Studentinnen ihrem guten Beispiel folgen – bei uns an der OTH Regensburg sind sie jederzeit herzlich willkommen“, sagte Präsident Prof. Dr. Ralph Schneider.

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