„Die schönste Zeit meines Lebens”

Neben dem 50-jährigen Bestehen der OTH Regensburg als Fachhochschule feiern in diesem Jahr auch wieder zahlreiche Alumni das Jubiläum ihres Studienabschlusses. Wir haben die Absolvent*innen der Jahre 1971, 1981 und 2001 zu ihren Erfahrungen in der Studienzeit befragt.

Jubiläumsgeschichte Alumni-Erfahrungen
Foto: OTH Regensburg/Florian Hammerich

Roland Forster, 20. Jubiläum, Fakultät Maschinenbau

Aufgrund der vielen Empfehlungen von Absolvent*innen in meinem Bekanntenkreis habe ich mich für ein Studium an der Fakultät Maschinenbau der OTH Regensburg entschieden. Dort legte ich den Grundstein für meinen beruflichen Werdegang. Besonders blieb mir das Tutorium Regelungstechnik im Gedächtnis sowie die tolle Zusammenarbeit mit meinen Mitstudierenden. Zudem ist Regensburg eine wunderschöne Stadt mit sehr vielen Möglichkeiten privater als auch beruflicher Natur. Den aktuellen Studierenden der OTH Regensburg möchte ich folgendes mitgeben: Bitte vergesst während des Studiums nicht eure Soft Skills! Teamfähigkeit, soziale Kompetenzen, Kritikfähigkeit und Lernbereitschaft sind für eine Zusammenarbeit unerlässlich. Egal, ob im Studium oder im Beruf.

Marc Ottenbruch, 20. Jubiläum, Fakultät Betriebswirtschaftslehre

Für die Aufnahme in den internationalen BWL-Studiengang musste ich eine Aufnahmeprüfung machen, weshalb ich in Regensburg übernachtet habe. Abends bin ich durch die Stadt gelaufen und war begeistert. Sofort war für mich klar: Hier möchte ich auf jeden Fall studieren! Ich denke gerne an die tolle Zeit in meinem Leben zurück, denn sie war der Grundstein für meinen beruflichen Erfolg. Vor allem die Vorlesungen und die Prüfung bei Prof. Dr. Dr. Goertzen sind mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben. Außerhalb der Hochschule habe ich gerne mit meinen Kommilitonen im Tennisdoppel gespielt. Das waren unvergessliche Matches! Mittlerweile sind wir in Deutschland verstreut, aber zu unserem Tennisdoppel treffen wir uns jährlich und halten so Kontakt.

Liebe Studierende, bitte vergesst neben dem Studium nicht das Studentenleben – was hoffentlich bald wieder möglich ist, denn hier findet man Freunde fürs Leben! Erweitert euren Horizont durch Auslandsaufenthalte. Während meiner Studienzeit war ich in Hamburg (für einen Schwaben fast Ausland), Spanien und England. Das hat mich persönlich unheimlich weitergebracht und ich habe überall Freunde fürs Leben gefunden.

Thomas Probst, 20. Jubiläum, Fakultät Betriebswirtschaftslehre

Vor meinem Studium an der OTH Regensburg berichteten mir Freunde, die Stadt habe Herz, eine Seele und viele Studierende. Das hat mich zu einem Studium in Regensburg bewogen. In besonderer Erinnerung blieb mir Prof. Dr.  Mühlbradt und sein Unterricht – das hat richtig Spaß gemacht, wir haben alle gelacht und unglaublich viel gelernt. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit interessanten Themen, denke ich gerne an diverse Studentenpartys während meines Studiums zurück. Ich habe Freundschaften geschlossen, die bis heute halten. Meine Kontakte und Stationen in Regensburg haben wesentlich dazu beigetragen, meine berufliche Laufbahn zu formen. Mein Studienabschluss war Mitte 2001, da platzte gerade die "New Economy Bubble" und überall herrschte Einstellungsstopp. Mit drei Bewerbungen erhielt ich dennoch drei Jobangebote, nicht zuletzt dank meines Studiums an der OTH Regensburg.

Den Studierenden der OTH Regensburg möchte ich folgendes mit auf den Weg geben: Nehmt euch Zeit zum Studieren. Ein oder zwei Semester mehr, mit interessanten Begründungen, bereichert nicht nur euer Leben, sondern auch euren Lebenslauf. Das Arbeitsleben ist sehr pragmatisch. Wer Erfolg haben will, wird viel arbeiten und damit einiges an Freizeit und Freiheit aufgeben und wenig Zeit haben, die Dinge lange zu durchdenken. Wer eine gute Idee hat, sollte gründen! Es gibt viel Gründungskapital im Markt und zahlreiche Beratungsangebote dazu. Ich kann es jeder*jedem nur raten und wünsche euch dazu den nötigen Mut.

Gottfried Schindler, 50. Jubiläum, Fakultät Elektro- und Informationstechnik

Ich hatte mich für ein Studium an der OTH Regensburg entschieden, da mein Ziel eine Berufstätigkeit als Elektroingenieur war. Gerne denke ich an die schöne Zeit meines Studiums zurück, vor allem an den Streik für die Fachhochschule und den gemeinsamen Marsch durch die Innenstadt. Mein Studium in Regensburg hat einen hohen Stellenwert für mich, da dieses den Start in eine erfolgreiche berufliche Karriere ermöglicht hat. Den Studierenden von heute möchte ich folgenden Tipp geben: Das praxisbezogene Studium an der OTH Regensburg bringt Absolvent*innen hervor, die universeller und vor allem auch schneller einsetzbar sind. Dadurch sind solche Menschen am Arbeitsmarkt gefragter. Machen Sie sich das zunutze.

Thomas Schindler, 20. Jubiläum, Fakultät Bauingenieurwesen

Der gute Ruf der damaligen Fachhochschule sowie mein Interesse am Bauwesen haben mich zum Studium an die FH in der Prüfeninger Straße geführt. Denke ich daran zurück, erinnere ich mich an eine schöne Studienzeit mit Theorie, Praxis und Exkursionen, in der auch der Spaß nicht zu kurz kam. Die fundierte Ausbildung und das breit gefächerte Angebot an Studienfächern und meine Zusatzausbildungen waren eine gute Basis für meinen beruflichen Werdegang. Allerdings bedeutet ein Studienabschluss nicht automatisch das Ende des Lernens – im Gegenteil. Lebenslanges Lernen und Fortbilden ist essenzieller Bestandteil des Ingenieurberufs. Mein Tipp an die heutigen Studierenden: Trotz zunehmender Digitalisierung und Automatisierung ist es nach wie vor wichtig, Skizzen und Berechnungen von Hand ausführen sowie Sachverhalte überschlägig und mit dem Einsatz des "Ingenieurverstands" abschätzen zu können. Analoges Arbeiten mag in der heutigen Zeit zwar nicht modern sein, wird aber in der Praxis immer wieder benötigt.  

Johann Gruber, 40. Jubiläum, Fakultät Bauingenieurwesen

Nach meiner Ausbildung zum Bauzeichner habe ich mich für ein Bauingenieurstudium entschieden. Die Fachhochschule in Regensburg war damals für mich die nächstgelegene Möglichkeit zum Studieren. Ich wohne jetzt in Landshut und habe das Regensburg von damals in guter Erinnerung. Die vier Jahre, die ich in Regensburg lebte, waren für mich eine wunderbare Zeit.

Die praxisnahe Ausbildung an der Fachhochschule fand ich gut; sie war für mich genau das Richtige. Wie das Leben aber so spielt und weil die Arbeitsmöglichkeiten bei Baufirmen 1981/1982 wegen der Ölkrise nicht gut waren, habe ich mich bei der Staatsbauverwaltung (Straßenbau) beworben und dort fast 40 Jahre gearbeitet. Auch wenn es dabei nicht unmittelbar um die Baudurchführung, sondern mehr um das Prüfen und Genehmigen von Planungen ging, war es eine gute und interessante Zeit. Seit Juli 2021 bin ich nun in der Freistellungsphase meiner Altersteilzeit.

Ich habe mein Studium nie bereut, die Jahre in Regensburg haben mich positiv geprägt. Obwohl es im Vergleich zu vor 40 Jahren heute nicht einfacher ist, seinen Weg zu finden (das sehe ich auch bei meinen drei Kindern) wünsche ich auch den heute Studierenden eine notwendige Portion Gelassenheit und Zuversicht.

Hermann Gruber, 20. Jubiläum, Fakultät Elektro- und Informationstechnik

Die Lebensqualität der Stadt und mein Interesse für Elektrotechnik waren ausschlaggebend für mein Studium in Regensburg. Dieses war meine Eintrittskarte in die Elektronikentwicklung der Automobilbranche – meinen absoluten Traumjob, den ich auch heute noch ausübe. Die Abschlussfahrt nach New York und meine Diplomarbeit in Zürich waren besondere Highlights während meines Studiums. Der alte Betonbau und die Cafeteria, in der ich mal den Spitznamen "Glühweinmaxi" bekommen habe, sind mir außerdem nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Den aktuellen Studierenden möchte ich folgenden Tipp geben: Studiert etwas, was euch liegt bzw. was ihr gerne macht, egal was andere sagen. Außerdem solltet ihr in eine Wohngemeinschaft ziehen, um schnell Leute kennen zu lernen.