Kinder auf dem Campus

Das Familienbüro unterstützt Eltern dabei, Beruf oder Studium mit der Familie zu vereinbaren – unter anderem mit einer kostenlosen, individuellen Kinderbetreuung.

Jubiläumsgeschichte Familienbüro
Foto: OTH Regensburg/Florian Hammerich

Als der kleine Ludwig ein paar Monate alt war, durfte er das erste Mal mit seiner Mutter Rebekka Brandl an den Campus. Mit dem Studienbeginn der angehenden Maschinenbauerin startete 2017 auch ihr Leben als Mama. Zwar half eine Kinderkrippe den Eltern bei der Betreuung. „Dort musste ich aber feste Zeiten buchen. Wenn ich außerhalb dieser Phasen Vorlesung hatte, habe ich Ludwig ins Familienbüro gebracht“, erinnert sich die Studentin. Mit ihrem außergewöhnlichen Betreuungsangebot unterstützt die OTH Regensburg Studierende mit Kind. Organisiert wird es vom Familienbüro, das im Jahr 2007 an der Hochschule eingerichtet wurde.

„Wir bieten eine kostenlose eins-zu-eins-Betreuung“, erläutert Leiterin Katrin Liebl. Eine feste Bezugsperson kümmert sich also jeweils um die Kinder einer Familie. Möglich sind über das gesamte Semester hinweg bis zu fünf Stunden pro Woche, angepasst auf den Stundenplan des Elternteils. „Das entspricht dem Umfang von drei Vorlesungen“, ergänzt Liebl. „So können Eltern in kleinen Schritten studieren.“ Schon wenige Wochen alte Babys sind willkommen. Für die zeitliche Flexibilität sorgt das Team aus sieben studentischen Mitarbeiter*innen um Erzieherin Karolin Borlinghaus.

„Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, eine familienfreundliche Hochschule zu sein“, betont Liebl und verweist auf die vielen weiteren Angebote für Studierende und Mitarbeiter*innen mit Kind: Von der kostenlosen musikalischen Früherziehung, den Kursen "Erste-Hilfe am Kind", der Eltern-Kind- Gruppe bis zum Seminar "Bald Eltern" für Schwangere. Auch pflegende Angehörige sind im Fokus. „Wir wollen die Vereinbarkeit von Studium oder Beruf mit Familie fördern.“

Dass ihr Sohn im Familienzimmer direkt auf dem Campus betreut wird, hat es Rebekka Brandl sehr erleichtert, sich stundenweise von ihm zu trennen. „Wenn nötig, wäre ich innerhalb von zwei Minuten bei ihm gewesen“, sagt sie. Das war es allerdings nie. Sie konnte mit viel Disziplin, Fleiß und flexibler Kinderbetreuung ihr Studium voranbringen. Von Beginn an hat sie jedes Semester mehrere Prüfungen mitgeschrieben. „Ohne die Betreuung des Familienbüros hätte es nicht geklappt“, betont Brandl. Inzwischen hat Ludwig einen Bruder bekommen, den kleinen Leopold. Spätestens wenn die beiden im Kindergarten sind, will ihre Mutter den Abschluss in der Tasche haben.

  • Diese Geschichte ist Teil unseres Jubiläumsmagazins, das im Sommersemester 2021 erscheinen wird.