Die Forscher*innen von morgen

Mit einem breiten Programm weckt die Junge Hochschule der OTH Regensburg in Schüler*innen das Interesse für Technik. Wie gut das funktioniert, zeigt die Geschichte von Robin Lauerer, die vom "MINT-Girl" zur Maschinenbaustudentin wurde und ihre Faszination inzwischen selbst an Kinder und Jugendliche weitergibt.

Jubiläumsgeschichte Junge Hochschule
Foto: OTH Regensburg/Florian Hammerich

Die Begeisterung dieses Tages versprüht Robin Lauerer noch heute, Jahre nach der Exkursion zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Das war unglaublich inspirierend“, erinnert sie sich. „Wir durften mit dem Flugsimulator fliegen. Das war richtig cool und unheimlich begeisternd.“ Dazu ein unheimlich spannender Vortrag eines leidenschaftlichen Professors am DLR – dieser Tag damals hat nach Einschätzung der Maschinenbau-Studentin ganz entscheidend zu ihrer Technikbegeisterung beigetragen und sie darin bestärkt, einen technischen Studiengang zu wählen. Die Möglichkeit, hinter die Kulissen des DLR zu schauen, erhielt sie seinerzeit im Rahmen des preisgekrönten Projekts MINT-Girls. Mit dieser Initiative in Kooperation mit der Universität Regensburg will die Junge Hochschule Mädchen und junge Frauen für MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, begeistern. Das Konzept: Gut ein Dutzend Teilnehmerinnen treffen sich ein Jahr lang zu abwechslungsreichen Workshops, Projekttagen und Exkursionen – vom Bau eines Fledermausdetektors bis zum Treffen eines ISS-Astronauten reichte das Programm bereits.

Ein eigenes Schüler*innenprojekt

„Die MINT-Girls 2015 standen unter dem Thema Moonwalk. Wir konstruierten und bauten kleine Arduino-Roboter, die auf einer selbstgebastelten Mondlandschaft verschiedene Aufgaben erledigen konnten“, erzählt Robin Lauerer. „Ich war damals so 15, 16 Jahre alt und hab mit meiner besten Freundin zusammen teilgenommen.“ Für Mathe hatte sie sich schon immer interessiert. „Die Begeisterung für technische Themen aber wurde durch die MINT-Girls geweckt“, sagt sie. Lauerer kam schließlich als Studentin an die OTH Regensburg und arbeitet seither selbst bei der Jungen Hochschule mit.

Zuletzt hat sie sich ein Projekt überlegt, bei dem sie gemeinsam mit Jugendlichen einen blinkenden Ärmel entwickelt, der Radfahrer im Straßenverkehr sichtbarer machen soll. Von der Projektentwicklung über das Programmieren sehr flacher Mini-Computer und das Einnähen der elektronischen Komponenten in den Stoff sollen die Teilnehmer*innen alles selber machen. Eine zusätzliche Herausforderung ist die Ästhetik: Die Ärmel sollen so cool sein, dass Schüler*innen sie auch gerne tragen.

Sehr engagiert bei den MINT-Labs

Robin Lauerer ist mit ihrer Technikbegeisterung nur ein Beispiel für den Erfolg der Jungen Hochschule. „70 Prozent der MINT-Girls studieren im Anschluss MINT-Fächer“, berichtet Diplompädagoge Armin Gardeia, der die Junge Hochschule leitet und diese seit mehr als zehn Jahren prägt und gestaltet. Gut 200 Schulen aus der Region sind mittlerweile in seinem Netzwerk, einige davon als Kooperationspartner für intensivere Angebote wie regelmäßige Programmierworkshops. Viele Projekte der Jungen Hochschule bieten einen guten Überblick über das Studienangebot der OTH Regensburg wie das ebenfalls speziell für Mädchen und junge Frauen ins Leben gerufene Programm girls4tech oder die umfangreiche Studienorientierung you4studies. Beim Schnupperstudium in den Ferien kann sich jede* Teilnehmer*in einen eigenen Stundenplan zusammenstellen. Dazu gibt es intensive Angebote für einzelne Gruppen wie die MINT-Girls oder das Forscherinnen-Camp.

  • Diese Geschichte ist Teil unseres Jubiläumsmagazins, das im Sommersemester 2021 erscheinen wird.