Der Weihnachtsgeschichten-Vorleser

Als Vorleser der Weihnachtsgeschichte ist er beim Personal der OTH Regensburg bekannt und beliebt gewesen: Walter Stelzl, Labormeister in der Fakultät Elektro- und Informationstechnik, verabschiedet sich mit einer letzten Lesung in den Ruhestand.

Jubiläumsgeschichte Walter Stelzl
Foto: OTH Regensburg/Lehre und Didaktik

Es ist die Geschichte von den beiden ungleichen Freunden, dem armen Paul und dem Mühlenbub Karl, die er in seiner letzten Weihnachtsbotschaft per Video nochmals zum Besten gibt. Die hatte er noch unter Präsident Erich Kohnhäuser auf einer der Weihnachtsfeiern der Hochschulbelegschaft vorgetragen. „Es ist halt was fürs Herz“, habe der Alt-Präsident damals zu ihm gesagt. Und einer der Professoren habe ihn gar gebeten, die Erzählung in Kopie haben zu können. „Die Geschichte hatte ich ein, zwei Wochen vor der Feier zufällig in der Fernsehzeitschrift gelesen“, erinnert sich Walter Stelzl. Und er wusste gleich: Diese Geschichte nehme ich.

Die Auswahl des Textes sei immer die schwierigste Sache für ihn gewesen. Der Vortrag an sich, eine knappe Viertelstunde vor 200 bis 300 Mitarbeitenden, sei freilich auch eine Herausforderung gewesen. Aber: Als Helmut Rauscher, sein Vorgänger in Sachen Weihnachtsgeschichte, in den Ruhestand ging, trat Walter Stelzl auf Bitten des Personalrats selbstverständlich und sehr gerne in dessen Fußstapfen. Ob anfangs in der Cafete in der Prüfeningerstraße oder dann in der Mensa am Campus: Für Walter Stelzl war es stets ein Höhepunkt des Jahres auf der Weihnachtsfeier vorzulesen.  

Jubiläumsgeschichte Walter Stelzl - Labor
Foto: OTH Regensburg/Tanja Rexhepaj

Das Jahr 2021 ist Walter Stelzl letztes Jahr an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg). Der 65-Jährige Meister aus dem Labor für elektrische Maschinen und Antriebstechnik geht nach 30 Jahren an der Hochschule im Jahr 2022 in den Ruhestand. Bei einer Firma in Kelheim hatte er eine Ausbildung zum Elektromechaniker gemacht und dort neben dem Beruf seinen Meistertitel erworben. Für seinen Ruhestand hat Walter Stelzl schon einige Pläne: Der passionierte Radfahrer – bei schönem Wetter radelt er die 21 Kilometer von seinem Wohnort Poikam ins Labor an der Seybothstraße – will sich dann auch seiner anderen Zweiradbegeisterung widmen und eine NSU Max, ein Motorrad, das er seit seinem 18. Lebensjahr besitzt, von Grund auf restaurieren. Und lesen wird er ab und an auch noch: Sein Lieblingsautor ist Eugen Roth. Von dessen „Ein Mensch“-Gedichten kann er etliche auswendig aufsagen.