Information für Studieninteressierte, Studiengang Medizinische Informatik (Bachelor)

Diesen in Bayern einmaligen Studiengang bietet die Ostbayerische Technische Hochschule in enger Kooperation mit der Medizinischen Fakultät und dem Universitätsklinikum Regensburg an. Dadurch ist eine praxisnahe Ausbildung gewährleistet, bei der Sie die typischen Abläufe in Krankenhäusern und integrierten Versorgungsstrukturen kennen lernen. Sie erleben den Einsatz modernster Informationstechnologie zum Wohle des Patienten und im Sinne einer optimalen Nutzung von Ressourcen von „innen“ und gestalten ihn in verschiedenen Projekten während des Studiums mit. Der Studiengang Medizinische Informatik wurde 2011 vom ASIIN e.V. ohne Auflagen akkreditiert.

Als Absolventin bzw. Absolvent haben Sie hervorragende berufliche Aussichten: Medizininformatikerinnen und -informatiker finden Sie nicht nur in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens, sondern auch in der Softwareentwicklung für Anwendungen der Medizintechnik, der Diagnoseunterstützung und von Krankenhausinformationssystemen, einem der umsatzstärksten Industriezweige Deutschlands. Nach dem Bachelor-Studium können Sie am Masterstudiengang „Informatik“ der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg teilnehmen – Ihnen stehen alle Wege offen!

Wie jede Informatikerin, jeder Informatiker muss ein Medizininformatiker Probleme erkennen und analysieren, Modelle bilden und konkrete Lösungen entwickeln und programmieren. Dazu muss sie bzw. er sowohl die Methoden der Informatik und Mathematik beherrschen, als auch ein solides Wissen im jeweiligen Anwendungsfach – der Medizin und dem Gesundheitswesen - mitbringen.

Der Bachelor-Studiengang „Medizinische Informatik“ bereitet auf diese Anforderungen optimal vor, damit Sie sich im späteren Berufsleben als qualifizierte Angestellte oder Selbstständige behaupten können. Er vermittelt fundiertes Grundlagenwissen in praktischer Informatik inklusiver der Programmierung, in Mathematik und Theoretischer Informatik sowie in der Medizin und der Gesundheitsökonomie – den Säulen der medizinischen Informatik. Darüber hinaus bietet er Möglichkeiten zum Erwerb von Soft Skills, z. B. Präsentationstechniken und Rhetorik sowie Fremdsprachen. Schwerpunkte der Medizinischen Informatik:

  • Bildverarbeitung und Visualisierung
  • Softwareentwicklung in der Medizintechnik

Ein weiterer Schwerpunkt „eHealth“ wird derzeit etabliert.

Das Studium der Medizinischen Informatik vermittelt alle Kenntnisse und Fertigkeiten eines Informatikers. Darüber hinaus lernen Sie die Denkweise von Medizinern und die vielen Schnittstellen der Informatik und der Medizin kennen: Angefangen mit der Einführung in die Medizin und einem Medizinisches Praktikum, bei dem Sie direkt den Alltag eines Klinikers erleben, fortgeführt über Klinische Informationssysteme, Gesundheitsökonomie und Medizinische Dokumentation bis hin zu Medizinrecht und Medizinischen Spezialisierungsfächern wie Radiologie und Nuklearmedizin.

Das Studium der Hochschule zeichnet sich durch hohen Praxisbezug aus. Zu fast allen Fächern bieten wir praktische Übungen in kleinen Gruppen an. Insgesamt umfasst das Studium sieben Semester und gliedert sich in drei Studienabschnitte:

  • Einführungs- und Orientierungsphase
    Sie erstreckt sich über das erste und zweite Semester. Hier geht es um die Vermittlung von Grundlagen: Sie lernen gewissermaßen das Einmaleins der Medizin, der Informatik und der Mathematik und wenden es an einfachen Beispielen an. So lernen Sie auch die Programmierung solide von Beginn an, ohne dass dafür Vorkenntnisse erforderlich wären. Diese Phase dient aber auch zur Orientierung, um schnell entscheiden zu können, ob die Medizinische Informatik für Sie das Richtige ist.
  • Vertiefungsphase
    Diese Phase umfasst drei Semester. Die Anwendung stets im Blick vertiefen Sie die Grundlagen und erlernen weiterführende Technologien und Methoden, die Sie zur Analyse komplexer Zusammenhänge und zur Lösung konkreter Probleme benötigen. In diesem Abschnitt werden auch die Grundlagen der Vertiefungsgebiete „Bildverarbeitung und Visualisierung“ sowie „Softwareentwicklung in der Medizintechnik“ gelegt. Das Praxissemester bietet Ihnen hervorragende Möglichkeiten, Ihr Wissen erstmals in die berufliche Praxis zu tragen, erste Ideen für eine Bachelorarbeit zu entwickeln oder sogar Ihren künftigen Arbeitgeber kennen zu lernen.
  • Spezialisierungsphase
    Die Schwerpunkte der Medizinischen Informatik werden weiter vertieft, der Praxisbezug wird im Rahmen des Laborpraktikums fortgeführt. Im Anwendungsgebiet der Medizin erhalten Sie spezialisierende Vorlesungen und in der Informatik haben Sie die Möglichkeit, Ihren Horizont über ein breites Spektrum von Wahlfächern der Fakultät zu erweitern.

Bin ich für ein Studium der Medizinischen Informatik geeignet? Welche Interessen, Kenntnisse und Fähigkeiten sollte ich dafür mitbringen? Diese Fragen haben Sie sich sicher schon gestellt, wenn Sie diesen Text lesen. Im Folgenden haben wir Informationen zusammengestellt, die Ihnen die Beantwortung erleichtern sollen

  • Wichtige Interessensgebiete:

    Programmieren: Programmierkenntnisse sind ein wichtiger Bestandteil im Repertoire eines Informatikers und damit auch eines Medizininformatikers. Es ist ein zentrales Thema im gesamten Studium und Voraussetzung zum Bestehen der meisten Module. Die Programmierung wird von Grund auf gelehrt, deshalb sind weniger Vorkenntnisse als die Bereitschaft, Zeit und Lust in die Programmierung zu stecken, erforderlich. Die Lehre der Programmierung erstreckt sich über die ersten vier Semester mit den Modulen „Programmierung 1 und 2“, „Software Engineering“ und „Softwarepraktikum“.

    Medizin: Sie sind an den Abläufen in einem Krankenhaus interessiert? Sie möchten ein grundlegendes Verständnis über medizinische Zusammenhänge? Ihnen macht der Umgang mit Menschen Spaß? Dann haben Sie schon eine wichtige Voraussetzung gemeistert. Aber bedenken Sie: Die Medizinische Informatik ist kein abgespecktes Medizinstudium, sondern ein Informatikstudium, das durch die Schnittstelle zur Medizin ein hochinteressantes und hochaktuelles Anwendungsgebiet bietet.

    Mathematik und Theoretische Informatik
    : Wenn Sie sich mit mathematischen und abstrakten Themen schon in der Schule gern befasst haben, wird Ihnen im Informatikstudium manches leichter fallen. Die Teilnahme am Leistungskurs "Mathematik" der Kollegstufe ist aber nicht unbedingt notwendig.

    Englisch
    : Schulkenntnisse sind durchaus ausreichend. Im Rahmen von Wahlpflichtmodulen können Sie Ihre Kenntnisse insbesondere der Fachsprache weiter vertiefen, denn die Fachliteratur ist heute überwiegend in Englisch geschrieben. Ein Aufenthalt in einem englischsprachigen Land ist vorteilhaft, aber dazu haben Sie im Studium noch Gelegenheit.

    Teamfähigkeit
    : Im Studium werden immer wieder Übungen und Projekte in kleinen Teams durchgeführt, Auch Lerngemeinschaften mit "Leidensgenossen" sind äußerst empfehlenswert.

  • Weitere Fähigkeiten und Pluspunkte:

    Abstraktes Denken: Abstraktion ist ein bewährtes Mittel um komplexe Probleme greifbar zu machen.  Hierzu werden komplexe Dinge vereinfacht und auf die wesentlichen Aspekte reduziert. Für die Abbildung von realen Abläufen auf Methoden der Informatik ist die Abstraktion ein wertvolles Hilfsmittel.

    Systematisches Arbeiten
    : Die Fähigkeit zum systematischen Arbeiten ist die wichtigste Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium. Sie sollten in der Lage sein, den Lehrstoff selbständig durch Literatur und Übungen zu vertiefen, Probleme systematisch zu analysieren und Lösungen dafür auszuarbeiten.

    Leistungsbereitschaft
    : Im Studium wird genau wie im späteren Beruf von Informatiker(inne)n eine hohe Leistungsmotivation erwartet. Sie sollten sich also darauf einstellen, dass Sie das Studium zu 100% fordern wird.

    Vortragstechnik
    : Häufig müssen Sie einen Vortrag in vorgegebener Länge zu einem bestimmten Thema halten. Dabei spielen Vortrags- und Präsentationstechniken eine große Rolle. Üben Sie diese so früh wie möglich ein. Entsprechende Kurse werden im Rahmen Ihres Studiums angeboten.

    Computer Grundlagen
    : Die Bedienung von PC's oder Workstations wird im Studium vorausgesetzt, ebenso Grundkenntnisse in gängigen Betriebssystemen (z.B. Windows, Linux oder MacOS) und Standard-Anwendungen (z.B. Textverarbeitung). Ein eigener PC mit einer schnellen Internet Anbindung ist für ein Informatikstudium daher empfehlenswert. Sie können aber auch die Rechner in Labors oder CIP-Pools an der Fakultät für Ihre Arbeit nutzen.

Im Berufsbild der Medizininformatik liegt der Schwerpunkt auf der Unterstützung von Abläufen innerhalb des Gesundheitswesens. Hierzu gehört zum einen die Welt der Krankenhaus-IT zum anderen der Einsatz bei integrierten Versorgungsstrukturen. Es ist daher unabdingbar dass der Medizininformatiker über das notwenige Wissen aus den Bereichen Informatik und Medizin verfügt. Die Medizininformatik stellt das Bindeglied zwischen den Abläufen des Gesundheitswesens und den technischen geprägten Aufgaben der Informatik her. Diese Schlüsselrolle ist für den Einsatz von IT im Gesundheitswesen ausschlaggebend. Ein wichtiger Erfolgsfaktor besteht darin, die Abläufe optimal durch Informatik zu unterstützen. Durch das Wissen aus verschieden Disziplinen ist der Medizininformatiker in der Lage optimale Lösungen zu finden.

Ohne Informationstechnologie läuft im Gesundheitswesen fast gar nichts mehr: sei es die Diagnoseunterstützung, die Therapieplanung, die Telemedizin, die Auswertung großer Datenmengen, die Abrechnung mit den Krankenkassen oder die innerbetriebliche Kommunikation, überall werden verstärkt IT-Systeme eingesetzt. Das Studium der Medizinischen Informatik stellt ein Fundament bereit, welches ein enormes Entwicklungspotential für Studierende bietet. Um auch im Gesundheitsbereich optimierte Abläufe zu realisieren nimmt der Medizininformatiker als Bindeglied eine Vermittlerrolle ein, welche sowohl IT als auch Medizin miteinander kombiniert.

Aus diesen Gründen heraus können die Berufsaussichten der Medizinischen Informatik als sehr vielversprechend, vielseitig und abwechslungsreich eingeordnet werden.

Folgende Anhaltspunkte geben ein Indiz dafür dass die Berufsaussichten für Informatikerinnen und Informatiker auch langfristig sehr gut bleiben werden:

  • Eine veränderte Lebensführung und neue medizinische Technologien führen zu einem Anstieg der Lebenserwartung und damit auch zu einem Anstieg der medizinischen Versorgung.
  • Nur eine konsequente Optimierung der Geschäftsprozesse im Gesundheitsumfeld bringt den Marktteilnehmern Wettbewerbsvorteile, so dass eine optimale Versorgung der Patienten gegeben ist.
  • Das Gesundheitswesen ist die größte Wirtschaftsbranche in der Bundesrepublik Deutschland und trägt überproportional zur Wertschöpfung bei. Jeder zehnte Arbeitsplatz kann dem Gesundheitswesen zugeordnet werden.
  • Die zunehmende Komplexität von Informatik-Systemen macht eine Professionalisierung der Leistungsträger im IT-Bereich immer dringender.
  • Die hohe Durchdringung aller Gesellschaftsbereiche mit IT-Technologien fordert Menschen welche diese Technologien verstehen und bereitstellen.